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Gegenwicht

Kapitel IV: Der kleine Gegenwicht feiert den "Schlau genau"-Jahrestag

Seit nunmehr einem Jahr stolpert die Menschheit immer wieder über ´schlau genau`. Doch kaum einer weiß um dessen Bedeutung. Zur großen 1-Jahres-Jubiläums-Gedenkfeier macht sich nun unser Freund, der kleine Gegenwicht, auf die Suche nach dem Sinn, dem Ursprung, dem Zweck, der Aussage, der Rechtschreibung, der Übersetzung, der Urheberin, dem Promillestand, dem Merchandising sowie dem Franchising des Ausdrucks „schlau genau“.
„Hmmmmm, grrrrrr, tztztztztz, wo soit i denn blos mim Suacha ofanga?“ fragte sich der kleine Gegenwicht ganz zu Beginn seiner Recherche. Er rieb sich die Nase an der rechten Seite, an der linken Seite und an der Unterseite, rief „ICH HAB`S!“ und rannte zum Hafen. Dort wartete bereits sein Schiff, mit dem er nach Rom fahren würde. Alle Wege führen nach Rom, besonders aber die Irrwege. Und so landete der kleine Gegenwicht erst einmal in London. Dort traf er auf einen Herrn mittleren Alters, mit merkwürdiger Frisur. Auf die Fragen bekam er keine Antwort, denn dieser Herr verstand kein Deutsch. „Clever exactly – what does that mean?“ fragte der kleine Gegenwicht, doch der frühsommerliche Typ gab ihm darauf keine Antwort.
Nach mehreren Wochen auf hoher See landete der kleine Gegenwicht mit seinen 40 Räubern, die er in der Straße von Gibraltar aufgegabelt hatte, vor der Küste Spaniens: „¿Listo exactamente – qué significa esto?“ – doch der Don Juan de Marco, der Schneider aus Sevilla, hatte nicht die leiseste Ahnung. So musste unser kleiner Gegenwicht seine gefährliche Reise fortsetzen. Damit er sich nicht wieder so gnadenlos verfahren konnte, tauschte er seine 40 Räuber gegen einen echten Piratenkapitän ein: Captain Jack Sparrow. Da dieser jedoch noch seine holde Maid aus dem Exil auf Korsika befreien musste, nutzte der kleine Gegenwicht die Gelegenheit, auch dort nochmals genauestens nachzufragen.
„Prudent exactement – qu´est-ce que cela veut dire?“ – doch auch hier bekam er keine verbale Antwort. Dafür jedoch war der Franzose gar nicht erbaut über die Dreistigkeit des kleinen Gegenwichts, ihn am helllichten Tag auf offener Straße einfach so anzulabern.
Um die holde Maid zu befreien, brauchte Jack Verstärkung von einem Schmied. Da jedoch gerade keiner zur Hand war – weder zur rechten noch zur linken – versuchte es das Dream Team erst mal ganz alleine. Die Aufgabe des kleinen Gegenwichts war zunächst sehr leicht: er sollte beim obersten Kriegsherrn der Franzosen den Löffel abgeben. Als Jack ihm den dafür vorgesehenen Silberlöffel überreichen wollte, war es schon zu spät: der kleine Gegenwicht hatte bereits ins Gras gebissen. „Zum Glück ist der Jordan zu weit weg, als dass er da drüber gehen könnte,“ dachte Jack entnervt, verpasste dem kleinen Gegenwicht noch einen Tritt in die Juwelen, die der Kleine immer um den Hals hängen hatte, schnitt ihm die Eier ab, die er in einer kleinen Eierschachtel aus Gold an seinem Jackett befestigt hatte, und ließ ihn so alleine zurück.
Der kleine Gegenwicht setzte mit kaputten Juwelen und geklauten Eiern seine Reise alleine fort. Der Weg nach Rom war nicht mehr weit. In Rom angekommen befragte er zuerst Alfredo, der auf einem Roller an ihm vorbeiflitzte: „Furbo essattamente – cosa vuol dire questo?“ – doch Alfredo rief nur : „Keine Zeite, meine kleine Freunde, musse arbeite fur die Scheffe vonne Pizza aus die Kühlschranke!“
Also musste der kleine Gegenwicht den Papst aufsuchen. Am Petersdom waren seltsame Leute unterwegs: Clowns in lilanen Gewändern mit Waffen. Das verwunderte den kleinen Gegenwicht zwar zunächst enorm, aber nicht so sehr, dass er die Fassung verlieren würde. Mutigen Schrittes schritt er hinfort. Alle zweiundneunzig Stufen hinauf. Der Papst erwartete ihn bereits: „Ah, mein kleiner Freund“ – „Servus“ antwortete der Gegenwicht. Er bat in direkter Rede den Papst darum, Gott anzurufen, damit dieser seine Frage beantworten konnte. Der Papst griff zum Telefon und stellte den Lautsprecher an: „The number you have dialed is not available at the moment…“ hauchte eine erotische Frauenstimme. Der Papst meinte, dass Gott am Samstag nie zu erreichen sei, da dann immer die Spiele stattfänden. „Spiele? Wosn fia oa leicht?“ wollte der kleine Gegenwicht wissen. „Na, die erste Fußball-All-Star-Liga,“ erwiderte der Papst erstaunt über die dämliche Frage des Gegenwichts. „Jeden Samstag findet ein Spiel Himmel gegen Hölle statt. Die Hölle ist seit 5 Millionen Jahren Tabellenführer, aber nur deswegen, weil die kroatische Wettmafia in der Hölle sitzt – ebenso wie die meisten Schiedsrichter.“ Verwirrt über diese neuen Erkenntnisse beschloss der kleine Gegenwicht, mit dem Elefanten die Alpen zu überqueren. Leider aber konnte er in ganz Rom keinen Elefanten finden und so nahm er die Bahn.
Viele Stunden später fand er sich erschöpft wieder in den Regensburg Arcaden. Um sich zu regenerieren, marschierte er schnurstracks ins Arcaden-Café, wo er neben zwei ausgesprochen gut aussehenden, hochintelligenten Studentinnen Platz nahm. Die süße Dunkelhaarige, die übrigens noch zu haben ist, gluckerte vor Lachen. „Schlau genau!“, stimmte die Rothaarige in das Lachen mit ein, „so a Schmarrn ka jo blos fo dia kemma!“ – „NEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!“ schrie der kleine Gegenwicht, „sogts blos, i bi gans umasunst in da Wäidgschicht umadum gfon??? I wad beina draufganga, hob scho ins Gras bissn, meine Eia faloan und beina häd i sogoa mein Leffe obgem!“
Und die Moral von der Geschicht:
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!
Susi am 18.2.07 20:29


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Kapitel III: Looking for Mr Higgs

„Su, wu griag i iats noa an Lugupädn hea?“ fragte sich der kleine Gegenwicht. Seine Freundin Consuela war ihm ja auch keine Hilfe. Flämmchen hatte ihn zumindest immer gewärmt, auch wenn sie manchmal etwas arg heiß wurde. Aber: Selbst ist der Mann. Daher beschloss der kleine Gegenwicht, mal ins Örtliche zu schauen. Aber ob er in der Innenstadt einfach so einen Logopäden finden würde? Vielleicht war es doch besser, das Telefonbuch zu konsultieren. Schon nach wenigen Minuten wurde er fündig. Folgende Anzeige erregte seine Aufmerksam- keit: „Wollen Sie wie Eliza ´Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen` akzentfrei und phonetisch korrekt artikulieren können? Hugh Geoffrey Higgins hilft Ihnen.“ – „Hää, des wa duch wus!“ dachte sich der kleine Gegenwicht und rief sofort dort an. Er wollte ja auch schon immer Gesangsunterricht nehmen. Somit konnte er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, und wenn die erledigt wären, auch noch singen lernen. Nach einem etwa zweistündigen Telefonat – die Sprechstundenhilfe war zum einen des Bairischen nicht mächtig und zum anderen mit der o/u-Schwäche unseres Helden heillos überfordert – bekam er einen Termin für den nächsten Morgen, da er als extrem schwerer Sondernotfall eingestuft wurde. „Wuhea wuaß de domme Schnebbfm, wia i aosschao? I bin ned digg, sundan eimfach z´glua fia mei Gwichd!“ schimpfte der kleine Gegenwicht vor sich hin. Da es dank des Telefonats schon ziemlich spät war, genehmigte er sich eine große bayrische Brause und ging dann ins Bett.  Mit einem Bier konnte man immer noch am besten einschlafen, auch wenn so eine Flasche manchmal etwas zu hart und kalt war, um sich an sie anzukuscheln.
Am nächsten Morgen suchte er unverzüglich H.G. Higgins auf. Als er das Behandlungszim- mer betrat, traf ihn fast der Schlag. Er duckte sich jedoch rechtzeitig und konnte so der Gefahr entgehen. Dann hatte er Zeit, sich zu wundern. Der Raum war tapeziert mit Bildern von Audrey Hepburn. „Uh Scheiße, dea huid se fia den echdn Higgins aosm Film!“ murmelte der kleine Gegenwicht. „Gu-hicks-ten Ta-hicks-ag. Sie müs-hicks-sen mein -hicks- elf -hicks- Uhr Ter-hicks-min sein.“ kam es pikiert und nasal aus der linken Zimmerecke. „Sie -hicks- kommen et-hicks-was zu -hicks- frü-hicks-üh.“ – „Ha? Eana Schbrechschdondnhilfe hud gsugd, i sui om huibe äife du sei. Ond du bin i!“ protestierte der kleine Gegenwicht. Es stellte sich heraus, dass die Sprechstundenhilfe, die übrigens Chantalle heißt und später noch eine Rolle spielen wird, weil sie im örtlichen Theater die Hauptfigur in einer Komödie darstellt, ihrem Chef die falsche Uhrzeit mitgeteilt hatte. „Nun -hicks- denn, da -hicks- ka-hicks-ann man ni-hicks machen. Darf -hicks- ich mi-hicks-ich kurz vor-hicks-stellen? Mein Name -hicks- ist Hugh -hicks- Geoffrey -hick-ins, Freunde -hicks- nennen mi-hicks-ich auch -hicks.“ – „Ha? Wia wa des?“ – „Higgs!“ – „Ha? Sie miassn schu gscheid mied mia reen!“ – „Wenn -hicks- Sie sich -hicks- ein klei-hicks-n wenig ge-hicks-dulden würden?“ kam die Antwort. Er wartete ein paar Minuten, während H.G. Higgins, soweit der kleine Gegenwicht das sehen konnte, an seinem Mund herumwerkelte.
„So,“ meinte der Logopäde, „jetzt können wir uns vernünftig unterhalten. Nochmal von vorne: Mein Name ist Hugh Geoffrey Higgins und meine Freunde nennen mich Higgs. Was kann ich für Sie tun?“ Den kleinen Gegenwicht haute es zuerst einmal aus den Socken, von denen er wegen seiner kalten Füße immer mehrere Paar an hatte. Während er sie wieder anzog, meinte er: „Mei, i bin du weil…“ – „Ja, das dachte ich mir bereits. Eine äußerst seltene Form der Sprachstörung, mit der Sie da zu mir kommen. Bei einer o/u-Schwäche nehmen wir für gewöhnlich eine Entschnupfung vor. Wie kam es denn dazu?“ Der kleine Gegenwicht antwortete: „I wa im Wuid onddawegs ond na ies dea Riesnschwammal kemma ond…“ Wiederum unterbrach ihn Higgs. „Ja, das dachte ich mir, dass eine Explosion der Auslöser für Ihr Leiden war. Das ist es fast immer.“ – „Ond warom…“ – „Die Entschnupfung mag etwas irreführend klingen, trifft im Prinzip aber den Kern der Sache. Durch die Explosion ist in ihrem Gehirn Schocksekret entstanden, welches sehr klebrig und zäh ist. Dieses Sekret befällt mit Vorliebe das Sprachzentrum im Gehirn und legt es lahm. Durch die Entschnupfung verflüssigen wir dieses Sekret, so dass es aus Ihrem Ohr dann austropfen kann.“ – „Bäh, des ies ja…“ – „Ja, das hört sich ekelhaft an, aber es wirkt, und Sie werden sehen, danach fühlen Sie sich besser.“
Weil ihn dieses Buchstaben-Verwechseln schon tierisch nervte, war dem kleinen Gegenwicht alles recht, um diese lästige Sprachstörung loszuwerden. Also willigte er ein. Higgs holte eine riesige Maschine aus dem Nebenzimmer und versah unseren Helden mit mehreren Elektroden, von denen zwei in seine Nase und je eine in die Ohren gerammt wurden. „Ja sobba,“ frohlockte der kleine Gegenwicht, „iats braoch i ma nimma deiane Leecha schdeecha lassn, sundan ku ma glei Piassings eine dua!“
Plötzlich und ohne Vorwarnung schaltete Higgs die Maschine ein. Den kleinen Gegenwicht warf es in seinem Stuhl hin und her, so dass seine Zähne klapperten. „Kohl, I gabad a goads Gschbensd in da Geisdabahn ab,“ dachte er, bemerkte aber gleichzeitig, dass seine Sprachstörung immer noch da war. „A su a Schmarrn! Des hoifd ja duch nix!“ schrie er wutenbrannt; sein Kopf glühte schon. Mit einem Mal fing die Maschine an zu krachen, sie ruckelte und wackelte, bis sie schließlich mit einem ohrenbetäubenden KRACH, BUMM, BÄNG explodierte. Durch die Wucht der Explosion warf es den kleinen Gegenwicht aus dem Stuhl und durch den ganzen Raum. Auch Higgs wurde durchs Zimmer geschleudert. Und noch irgendwas flog, allerdings konnte der kleine Gegenwicht nicht erkennen, was es war.
Als sich der Rauch verzogen hatte – er schlich sich lautlos aus dem Zimmer – rappelten sich die beiden wieder auf. „Boah kuhl, Higgs, des wa da Hamma! Bassiad sowas äffda bei dia, ha sog?“ – „Nein, -hicks- so-hicks-was hab ich -hicks- noch nie er-hicks-lebt!“ – „Naja guad, i gäh iats hoam. Bis zum näxdn Moi!“ Der kleine Gegenwicht ging aus dem Behandlungszimmer und wunderte sich, warum Higgs plötzlich wieder hickste. Dann ging er schnurstracks zu Chantalle.
„Ah, wie ich sehe hat die Behandlung funktioniert!“ rief sie begeistert aus. „Ha? Scheisdreeg, de Maschien hods zrissn! Foi exblodiad! I woidd an neia Teamin füa näxde Woch ausmacha.“ Chantalle sah ihn verwundert an. „Aber Sie reden doch wieder ganz normal! Und aus ihrem linken Ohr läuft grün-rosa Schleim!“ – „Ja farregg Kaffähaus! De Schnegge hod Rechd! Pfui Deife! Hosd amoi a Tempo? Meassä. Hä sog amoi, Schantall, warum higgsdn da Higgs amoi und dann wieda ned?“ Und schon wieder war Chantalle verwundert. „Ist Ihnen das nicht aufgefallen?“ – „Wos na?“ – „Na die Zähne von Doktor Higgins!“
Im Gehirn des kleinen Gegenwichts begann es zu arbeiten. Die Frühschicht hatte gerade den Dienst angetreten. „Hoidd amoi. Wiare kemma bin, hodase wos ins Mei nei gschdeggd und wias de Maschien zleegd hod, ies ebbs gflong. Hod dea ebba a schbrachkorrigiands Bies?“ – „Aha! Schlau genau!“ antwortete Chantalle. „Sie haben es erfasst. Das ist eins von Doktor Higgins eigens angefertigten Spezialgebissen, um sein Hicksen zu unterdrücken.“ Der kleine Gegenwicht war beeindruckt. „Reschbeggd, des häd i dem Hambbara goa ned zuadraud. Äh, oba wos hosd du grod gsogd?“ – „Ich? Ich weiß nicht, was meinen Sie denn?“ – „Du hosd do wos gsogd, des mi iangdwia an mei Kindheid earinnad. Wei da Habakuk hod bei AmDamDes imma ´Schau genau` gsogd. Liab, das du des aa no kennsd!“
Und schon wieder hatte er die arme Chantalle verwirrt. „AmDam was? Tut mir leid, ich weiß nicht, wovon Sie sprechen. Und ich hab ´Schlau genau` gesagt. Das geht jetzt schon seit etwa einem Jahr rum. Heißt angeblich so viel wie: Jetzt haben Sie´s kapiert oder so. Keine Ahnung, wo das herkommt. Finden Sie´s heraus und ich geh mit Ihnen essen.“
Der kleine Gegenwicht stand da wie vom Donner gerührt, nicht geschüttelt. Eine dreiste Anmache war das, aber irgendwie fand er das äußerst ansprechend. Und süß war sie ja, die Kleine. Und überhaupt: Welche Idioten sagten schon ´Schlau genau`? Das war doch Schwachsinn! „Hää, Schneggal, i nimm dei Angebod o. Kann filleichd a weng dauan, aba i kumm wieda! Bies dann, seawas und baba!“ Und schnell wie der Wind, der Führerschein für Sturm war ihm zu teuer gewesen, verließ er Higgs Praxis und begann mit der Recherche zu ´Schlau genau`.
Susi am 18.2.07 20:27


Kapitel II: Das Ende vom Anfang

„Leck mich!“ schrie der giftige Fliegenpilz, allgemein bekannt als Die Rotkappe. Der kleine Gegenwicht blieb irritiert stehen und schaute sich um. Träumte er? Wo kam diese Stimme her? Den Guru hatte er doch erfolgreich abgewehrt, der konnte es nicht sein. „Leck mich!“ schrie die Rotkappe erneut. Der kleine Gegenwicht sah nach unten und entdeckte den schreienden Mistkerl. Es handelte sich um eine echte ausgewachsene Rotkappe, so etwa 1,70m groß, und der kleine Gegenwicht sah beim Hinabsehen auch nur das knollige Standbein. Was nun? Plötzlich ging ihm ein Licht auf, doch er machte es sofort wieder aus, denn er hatte eine Idee! „Ha, des komische Viech vawia i iatz total!“ Allerdings war die Idee durch das Lichtausknipsen wieder verschwunden. Der letzte Ausweg war also, eine neue Idee zu finden. „So, du bläde Rodkabbm, aus dia mach i iatz Haggfleisch!“ rief der kleine Gegenwicht und zückte sein Messer. „Pech!“ schrie die Rotkappe zurück. „Ich bin rein pflanzlich – Hackfleisch kannst du also nie aus mir machen!“
Der kleine Gegenwicht hatte also ein großes Problem. Er brauchte eine neue Idee, also musste er zunächst eine neue Lichtquelle finden. Er zog sein Feuerzeug aus der linken Hosentasche. Verträumt blickte er auf das kleine Wunderding: darauf  war ein feuerroter romantischer Sonnenuntergang zu sehen. Das erinnerte ihn an den letzten Urlaub mit seiner Flamme, der gründlich und buchstäblich ins Wasser fiel, als sie, erregt wie sie war, vor Leidenschaft zu brennen anfing und so den Gletscher zum Schmelzen brachte. Nein, das Feuerzeug half ihm hier nicht weiter. Der kleine Gegenwicht warf das Feuerzeug in hohem Bogen weg. Wie durch ein Wunder traf es Die Rotkappe am rechten Ohrläppchen und explodierte, und mit ihm auch das böse Mistviech. So kam es, dass der kleine Gegenwicht seinen gewichtigen Weg fortsetzen konnte. Allerdings hatte die Explosion seltsame Nebenwirkungen. „Su, die Explusiun hud des kumische Viech kabodd gmuchd, uba i ku nimma gscheid reen. A su a Schmaan! Huds mia ´u` ond ´o` doachanand gwiafed!“ Weil der kleine Gegenwicht das äußerst seltsam fand beschloss er, zu einem Sprachtrainer zu gehen. Doch wo sollte er einen eben solchen hier auf der Wiese vor dem Wald finden? Er rief über sein Mobiltelefon seine Freundin Consuela delas Problemas an. Ihr verräterischer Ring-up-Ton ´Always look on the bright side of life`  war schon fast zu Ende, als sie endlich ran ging. „I hub a Prublem! I ku nimma gscheid reen ond i braoch an Schbrachdräna! Kusd do ma häifa?“ Aber Consuela delas Problemas verstand ihn nicht. „Ich muss weg!“ war ihre Antwort.
Susi am 15.2.07 20:59


Die großen Abenteuer des kleinen Gegenwicht

Kapitel I: Der Anfang vom Ende

 

Der kleine Gegenwicht sah sich um. „Hää, i bin ja gans alloa da!! Des is fei langweilig!“ Da er nicht wusste, was er so alleine hier tun sollte, ging er spazieren. Als er in die Nähe des Waldes kam, hörte er seltsame Geräusche. MUHIAMIAUWAUWAUKIKERIKIMÄH schallte es aus den dunklen Tiefen des Waldes. Was das wohl sein mag, dachte sich der kleine Gegenwicht und marschierte mutig auf das Geräusch zu, bis er plötzlich wie vom Blitz getroffen stehen blieb.
Eine seltsame Gestalt, gewandet in Neonpink, sehr dünn und mit Hakennase, kam auf ihn zu. Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott… war alles, was der kleine Gegenwicht denken konnte. „There´s no biz like showbiz“, flüsterte er sich selber zu und legte einen Stepptanz hin, dass ihm die Tiere des Waldes verwundert zusahen und selbst der Wind in den Bäumen aufhörte zu wehen. MUHIAMIAUWAUWAUKIKERIKIMÄH war alles, was man noch vernehmen konnte. Die seltsame Gestalt riss den neonpinkfarbenen Mantel auf, sodass man ihr bestes Stück sehen konnte. Sie hatte gleich fünf davon.
„Oisse gla“, dachte der kleine Gegenwicht, „da muos i woi no headdane Seiddn aufziang.“ Überraschend stürzte er vor und packte die seltsame Gestalt an zwei der fünf besten Stücke. Die Gestalt schrie auf, doch oh Wunder, es war kein Schmerzensschrei, obwohl der kleine Gegenwicht so fest zudrückte, wie er konnte. Die Gestalt schrie: „Gä leck mi doch du am Oasch! Du kost an meine Heuskedn ziang und reißn wiast wuist! De san nämlich aus vasuibaddm Supagummi – unkaputtbar!“ Der kleine Gegenwicht stützte sich mit seinem vollen Gewicht gegen den Verteidiger, der sich mit einem Ausfallschritt gerade noch befreien konnte. Der kleine Gegenwicht ließ die Ketten los, die mit voller Wucht zurückschnallten.
„Boah! Du Foidebb, du greislicha! Des hod fei iatz wäh do!“ Der kleine Gegenwicht konnte sich ein triumphierendes Grinsen nicht verkneifen. „So, und wea bisd na du?“ – „I bin da Guru,“ antwortete die seltsame Gestalt. „Ha? Da Guru? Da Guru fo wos?“ Der kleine Gegenwicht sah verwirrt drein. Das war definitiv die seltsamste Geschichte, in der er sich je befunden hatte.
„Ich bin der Guru der Tauben! Mei, de hamd me hoid foi demokratisch gwäid! I hobs gfrogd, ob se na wissen, wea i bi, dann hams alle gschrian <>. Mei, i woit hoid nochad de Wahl ned afechtn!“ – „Olegg, da bin i ja scho froh! I hob scho gmoand, du waasd oana fo deene komischn Urinsekten, de iatz a so aufkemman. Und dei greislicha neonpingga Manddl duad hoid aa nix dazua, das ma de füa an noamala Tübbm hoidd!“ – „Bi jo a da Guru!“ schrie er auf, stampfte mit dem linken Fuß so sehr auf, dass er mit dem rechten Fuß vom Boden abhob; dadurch verlor er das Gleichgewicht und fiel die Treppe hinab.
„Boah, do hob i oba Gligg ghobt, de häd i foi übaseng.“ dachte der kleine Gegenwicht und ging tiefer in den Wald hinein. Das gerade Erlebte ließ ihn nicht los. Der Typ war ja echt sowas von krass daneben… Der kleine Gegenwicht war so in Gedanken versunken, dass er pfeilgerade in einen Baum lief. „Scheiß Schdauan! Keenan de ned ausm Weg geh, wenn i dahea kimm!?! Oba naa, des gähd ja ned…“ So schimpfte er eine Zeit lang dahin und bemerkte nicht, typisch Bayer, der er war, dass er sich mitten in der Gefahrenzone befand.
MUHIAMIAUWAUWAUKIKERIKIMÄH. Der kleine Gegenwicht stand direkt vor der Höhle des Wolpertingers. „Des is jetzt oba ga ned guad, do ziag i liaba mein Huad; i moch me liaba glei vom Acka, loß mia doch ned mein Arm abhacka“ sprach der Kleine flugs und rannte mit einem Affenzahn, dem er vor Jahren im Straubinger Tierpark gefunden hatte, raus aus dem Wald.
Wie sich jetzt rausstellte, war der Affenzahn tatsächlich sein Glücksbringer. Was war ihm denn schon passiert in der letzten Zeit? Nichts wirklich Schlimmes, außer Erschrecken und der einen oder anderen Beule. Da kam ihm eine Idee: „I bin doch a gschdandna Baja, do kunnd i doch bei Weddn das miedmacha, wo i so fäi Gligg hob. Mied da Weddn, das i eakenn, wos des fia a Weizn ies, wenna d´Flaschn aufmochd.“ Und mit diesem Plan ging er über die Wiese und war glücklich.

Sam am 15.2.07 20:29


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