Startseite
    Stilblüten
    Lobeshymnen und so
    Benglisch
    sunstaschmarrn
    2Kranke1Gedanke
    Midanandhirnvabrannt
    Gegenwicht
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt

Links
  Sam's Blog


Webnews



http://myblog.de/gegenwicht

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Gegenwicht

Kapitel XI - Der kleine Gegenwicht auf großer Reise

Die Hinfahrt

 

Pünktlich um 8.24 und 36 Sekunden war der kleine Gegenwicht am Bahnhof eingetroffen; aber was sehen seine verschlafenen Augen, die sich zu kleinen Schlitzen deformiert hatten: viele, viele Leute - große, kleine, dicke, dünne; weitere Leute mit Schlitzaugen und sogar zwei Japaner mit ihrer super Sony Digicam in Form eines Holzstöckchens. Der kleine Gegenwicht sinnierte kurz über den Sinn und Unsinn von Mikro-Geräten, die sich bald Richtung Nano-Ebene zu entwickeln schienen. "Wann de Gerätschaften oiwei gleana wean, miaastn jo de Pfoddal fo de Leid aa imma gleana wean, weima sunst koane Gnepfal mea drugga ko!" Dabei kam er jedoch auf des Rätsels Lösung: "Des Zeich gäd ois auf Ruaffa." Und schon arbeitet er eine Betaversion für die bayerische Spracherkennung für eine Digitalkamera aus:

einschalten: gä o!

Foto schießen: des wui i / moch scho!

ranzoomen: do gäsd hea!

rauszoomen: schleich de!

Menü öffnen: wos wuistn? / Glump, bläds!

zurück im Menü: Hoitaus! / ze fix, fadoh!

Foto löschen: na, des wui i nochad doch ned!
ausschalten: a gäh doch hoam! / gäh legg me doch du am Oasch!

Keine 20 Sekunden nachdem der kleine Gegenwicht den Bahnsteig betreten hatte, fuhr auch schon der Zug ein. Dies verlief relativ unspektakulär. Zug fährt langsam an und bremst mit ohrenbetäubendem Lärm ab. "Ah, do schaug her! A Tautologismus" erklärte der kleine Gegenwicht dem braungebrannten Steckdosenneger, der neben ihm stand. "Hä? Wus?" - "Na, a Tautologismus is wannst zwoa moi dessäibe sogst! Aiso, wenn i sog: a gratis Schäin umasunst fia null Euro - des waa sowas wos i..." Weiter kam er nicht, denn der besagte Steckdosenneger gab ihm eine augenbetäubende Ohrfeige. Beleidigt, gekränkt und verletzt stieg der kleine Gegenwicht in den stehenden Zug. Erleichtert nahm er neben einer älteren Oma Platz, da diese einen recht harmlosen Eindruck machte. War er doch eben mit einem blauen Auge davon gekommen.

 

Am anderen Ende des Wagons saß die Top-Kandidatin für die diesjährigen Miss RB-Straubing-Regensburg-Wahlen. Eine ihrer bestechendsten Eigenschaften war ihre unübertreffbare Fähigkeit, sich im wackeligen Regionalzug zu schminken. Der kleine Gegenwicht fasste sich ein Herz, wovon er ja zwei auf der Dult gewonnen hatte und ging zu der Miss-Anwärterin. Höflichst bat er sie "Mogst me biddsche budan?", woraufhin er seine zweite Ohrfeige des Tages bekam. Da dies der Schaffner gesehen hatte, wurde die Miss-Anwärterin aufgrund ihrer vermeintlichen österreichischen Herkunft von den Wahlen disqualifiziert. Im höchstmodernen Waschbär-Look setzte der kleine Gegenwicht seine Reise fort.

 

Eigentlich setzte er sie nicht fort im eigentlichen Sinne, denn die Reise war bis dato ja auch zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Doch dies war nur eine Haarspalterei, und da der kleine Gegenwicht ohnehin kurz vor der Glatze stand, beschloss er. seine letzten 193 Haare nicht noch mehr zu drangsalieren. Von nun an verlief die Fahrt sehr ruhig. Naja, was heißt ruhig. Die Situation lässt sich besser als ereignislos beschreiben. Von Ruhe kann man bei Regionalbahnen nicht wirklich sprechen. Schon gar nicht, wenn die 8a der Landshuter Abend-Erwerbslosen Realschul-Mittelstufe – kurz LAERM – 2,5 der 3 Wägen in Beschag genommen haben. Am nächsten Bahnhof – Regensburg – musste der kleine Gegenwicht aussteigen; das stand so auf seiner Fahrkarte. Heilfroh, diese Zugfahrt mit zwei blauen Augen überstanden zu haben, verließ der kleine Gegenwicht diesen unheimlichen Ort des Grauens. Allein beim Gedanken an die unungängliche Rückfahrt wurde dem kleinen Gegenwicht ganz schwarz vor Augen. "Oha" dachte er, bis er die Augen wieder aufmachte, hatte er nichts mehr gesehen!

 

 

gegenwicht am 3.3.07 21:41


Werbung


Kapitel X: Zeitreisen und andere Widrigkeiten

Nachdem unser Held seine Kronkorkenzackenzählmaschine gebaut hatte, verlor er ziemlich schnell das Interesse daran. Es war ja immer das Gleiche: Bier aufmachen, den Kronkorken durch die Maschine jagen und feststellen, dass es immer 21 Zacken waren. Egal, welches Bier er ausprobierte. Eine neue Aufgabe musste her! Nur was? Und wozu? Er hörte seinen märchenhaften Tischen zu, aber auch das ödete ihn an. Man müsste einfach ganz woanders sein. In einer Zeit, in der noch alles in Ordnung war. In einer Zeit, die für ihn noch Aufregendes bereit hielt. In einer Zeit...

Aber wie uns aus früheren Geschichten bekannt ist, war es für den kleinen Gegenwicht nicht ratsam, sich etwas zu wünschen, denn es konnte in Erfüllung gehen. Und tatsächlich: SWOSCHHHH - und schon befand er sich im alten Rom. "A zefix, des gibds ja ned! Wos soi na dea Gramf? So a Blädsinn!!! Wo bin i denn iats?"

Wie so üblich erging sich der kG in einer Schimpftirade, die mehrere Minuten andauerte. Während er so vor sich hin grantelte, kam ein Römer vorbei, der unserem Helden belustigt zusah und zuhörte. Der Gegenwicht, gerade voll in seinem Element, der Luft, sah den tunikagewandeten Antikler an und meinte: "Mei, schau hoid ned so debbad! Vena laus amoris, pax, trux, goris!" Der Römer grinste und meinte: "Wenn i a Laus am Oa häd, dad i des scho macha. Oba i hob koane Leis am Oa oda sunsdwo, eiso schba i ma des."

Diese Überraschung, dass der Römer der bairischen (nein, kein Tippfehler: wenn es um die Sprache geht, wird das Adjektiv zu Bayern mit "i" geschrieben! Duden, S.201) Sprache mächtig war, traf ihn wie ein Schlag. Die schmerzende Backe missachtend sprach der kG: "Ja mi leggsd am Oasch! I glaub, i häng! Wos isn iatz bassiad? Wieso reeddsdn du boarisch?" Der 573-Typ grinste lässig: "Ja mei, glaubsd denn du, dass du da easchde Zeidreisende bisd, den i sieg?" - "Ja, wemmas genau nimmt, na bin i ga koa Zeidreisnda. I bin a Wunschreisnda." Jetzt war der Römer verwirrt.

gegenwicht am 30.11.07 11:49


Kapitel schlag mich tot: Tischsitten (IX)

„Boah,“ jammerte der kG, „Essn waar ja scho was Scheens, wemma hinddahea ned oiwei so foigfressn wad.“ Mit schmerzendem Bauch wand er sich auf seinem Stuhl. Unter dem unglaublichen Gewicht knackte das Holz des Stuhls ganz bedrohlich. „Hoppala, do wad i beinah no fom Schdui obegfoin,“ jammerte der kG, wobei er sich schier verzweifelt am Tisch festhalten wollte.
Was er allerdings nicht bedacht hatte, war, dass der Tisch aus einem Hogwarts-Ausverkauf stammte und deshalb ein Eigenleben führte. „You don’t get me! You don’t get me!“ rief der Tisch und sprang weg. „Saugribbe, greislichaaaaaa!“ schrie der kG und schlug mit voller Wucht auf dem Steinfußboden auf. Dem Fußboden war das natürlich vollkommen egal. Es juckte ihn ganz und gar nicht, ob nun ein kG auf ihm rumrutschte oder nicht. Dem kG hingegen war das ganz und gar nicht egal. Immerhin hatte er sich sein Steißbein verdammt geprellt. Vom unteren Hinterteil bis zum Nacken war er nun blau… und das ganz ohne Alkohol.
„Zefix, des ies ma aa no ned bassiad!“ stöhnte der kG. Und damit meinte er nicht die Tatsache, dass er hingefallen oder ohne Alkohol blau war, sondern dass ein Tisch ihm nicht folgte. Immerhin hatte er den berühmten „Tischlein-Deck-Dich“-Tisch entworfen. Er war der Herr der Tische, dem jeder Tisch alle nur erdenklichen Speisen auf den Tisch brachte, wann immer es ihn danach verlangte. Und nun verweigerte ihm ein popeliger Hogwarts-Tisch den Dienst? Ja wo kamen wir denn da hin?
„Do geh hea, Biaschal,“ sprach der kG. „Dia wead i zoang, wo da Baddl an Mosd hoid!“ Der kG zerrte den Hogwarts-Tisch zum angrenzenden Arbeitszimmer, in dem einige seiner Wundertische standen. Da gab es neben dem märchenhaften Tischlein-Deck-Dich-Tisch noch den Tisch, der sich selbst abräumte, ebenso den, der beim Essen von allein Kammermusik oder sonstiges spielte – je nach Geschmack und Laune der Menschen, die an ihm saßen, konnte man dann auch Soul oder Volksmusik oder Heavy Metal hören – und auch einen Partytisch, der nur Alkoholika trug und diese auch sogleich geöffnet oder richtig gemischt servierte.
Da alle seine wunderbaren Tische sprechen konnten, dachte sich der kG, dass es sinnvoll wäre, den Hogwarts-Tisch mit den übrigen zusammen zu bringen, um ihm klar zu machen, dass er es gar nicht besser hätte treffen können, als bei unserem Helden zu landen. Doch der Hogwarts-Tisch sträubte sich vehement. Er stemmte seine vier Beine in den Boden, was ihm aber auf dem glatten Untergrund nicht viel brachte. Bei der Tür hingegen hatte er mehr Glück: er spreizte die Beine, und der kG war nicht in der Lage, ihn durch die Türöffnung zu zerren.
Unser Held war zwar wegen der Widerspenstigkeit des Tisches sehr ungehalten, aber er wollte immer noch nicht zum letzen Mittel greifen. Daher rief er seine fabelhaften Tische der Reihe nach ins Esszimmer. „Paatiediesch! Bei Fuaß!“ Der angesprochene bearbeitete Holzklotz begab sich zu seinem Meister. „Was gibtsn, Chef?“ wollte der aus deutscher Eiche gefertigte Tisch wissen. „Fazäi dem Inslaffn-Diesch amoi, wia guads dia bei mia gähd,“ forderte der kG. Der Partytisch tat sein Bestes, doch der Hogwarts-Tisch verstand ihn nicht. Also rief der kG den nächsten Tisch zu sich. Doch auch der Tischlein-Deck-Dich-Tisch aus französischer Kiefer scheiterte: „Isch abö allös versucht, maître,“ meinte er, „abör diese Tisch weigört sisch, mier zuzuörän. Diesö Tisch ist einö typischö, verbohrtö Engländer!“ Der Sich-Selbst-Abräum-Tisch, der aus afrikanischem Teak gefertigt war, scheiterte auch kläglich, was aber hauptsächlich daran lag, dass der Engländer kein Afrikaans verstand. (Ich übrigens auch nicht, sonst würde ich das Gespräch wiedergeben!) Als letzter versuchte der Musik-Tisch sein Glück. Und er hatte tatsächlich Erfolg – was die Gesprächsaufnahme an sich angeht. Der Musik-Tisch war durch das Spielen der verschiedensten Musikrichtungen aus aller Herren Länder mit den unterschiedlichen Sprachen vertraut und beherrschte auch ganz leidlich Englisch. „Would you be so kind as to listen to me?” fragte er den Zaubertisch. Der aber, wie alle Engländer, gab sich pikiert, dass ein so popeliger Tisch es wagte, ihn überhaupt anzusprechen. „Are you talking to me?“ wollte er wissen. Doch weiter war aus ihm nichts herauszubekommen. Der Hogwarts-Tisch rümpfte die Nase und verweigerte jede weitere Aussage.
Nun war guter Rat teuer. Der Rat-Dealer ließ sich seine Dienste auch wirklich sehr, sehr gut bezahlen. Die Idee war folgende: Unser kG sollte alles Wissenswerte aus dem Zaubertisch herauskitzeln, wobei diese Androhung von Kitzeln zugleich ein perfektes Drohmittel für alles Übrige sein sollte. Der kG konnte sich auf die Worte des Orakels zunächst keinen Reim machen: „Wos soi i iats blos mocha? Des ies doch ois zum … äh … kudan.“ Er setzte sich an seinen Schreibtisch. Irgendetwas in seinem Kopf flüsterte: „Familie Wudworm, Familie Wudworm.“ Was sollte aber Familie Wudworm… Und da wusste er endlich, was er zu tun hatte.
Aus seiner Schreibtischschublade nahm er eine Metallbox, die von den Ausmaßen her etwa 15cm lang, 15cm breit und 5cm hoch war. Darin lebte Familie Wudworm. Als er die Box aufmachte, kam ihm gleich ein Geschwirr von hohen Stimmchen entgegen: „Na endlich! Denkst du mal wieder an uns?“ … „Uns ist im Moment ganz schön langweilig!“ … „Sollen wir wieder was verzieren?“ … „Weißt du eigentlich, dass wir Nachwuchs haben?“ … „Ja, genau, wir sind jetzt schon 180 Leute!“ … „Und die Jungen wollen auch was lernen!“ … „Wann bekommen wir eigentlich eine weniger miefige Box?“ Und so weiter, und so fort.
„Eiso, Wudwoams, i brauch eia Hilfe. I hob an Schbedsjalaufdrog fia eich. Wo isn eia Kabbo?“ Ein kleines Würmchen wand sich den Weg durch seine Familie. Wie der geneigte Leser sicher längst schon erraten hat, handelte es sich bei der Familie Wudworm natürlich um einen äußerst aggressiven, aber doch sehr kreativen und künstlerisch veranlagten Stamm von Holzwürmern. Der Herr der Tische gebrauchte sie sehr gerne, um einen neuen Tisch auf alt zu trimmen oder feinste Musterungen nach speziellen Vorlagen in einen Tisch zu masern. „Was müssen wir denn machen?“ wollten die kleinen Kerlchen wissen. „Eiso,“ sagte der kG, „i hob ma do an wahnsinnig wiedaschbensdign Diesch kaffd, dea lossd ned mied se reen. Und ia soidsn iats a weng kiddsln, filleichd undda da Dieschbladdn, wo mas ned glei siggd. Oba lossds me zeaschd nommoi säiba mied eam reen, ia hadds hoid mei ledsds Druggmiddl.“
Nach dieser Einweisung schloss er die Metallbox – nicht ohne erhebliches Murren seitens der Metallboxbewohner – und ging zum Hogwarts-Tisch. „So, du Saugribbe, i gieb da iats no oa Schans, dassd de gscheid auffiasd. Foisd des ned duasd, muas i zu andane, häaddane Middl greiffa.“ Der Zaubertisch aber lachte ihn aus: „I don’t fear your axe! You little, fat – uhm – whatnot!“ Der kG wunderte sich sehr, hatte er heute doch gar keine Zeit gehabt, sein Deo aufzusprühen – und wieso sollte sich ein Tisch auch vor einem Deo fürchten? Der Musiktisch klärte ihn aber auf, dass der Engländer eine Axt und nicht das aus der Werbung allseits bekannte Duftmittelchen gemeint hatte. Der kG lachte: „A Axd? Du debbada Diesch moansd wiaggle, dass i, da Hea fo de Diesch, so bläd bin und oiwei no moan, dass ma an Diesch domied dazua bringd, dassa duad, wos ma sogd? Naa, naa, Biaschal, i hob mei Leagäid scho zoid. I kenn mi aus!“
Und mit diesen Worten nahm er die Metallbox. Der Tisch aus Hogwarts lachte immer noch, doch als der kG den Deckel hob und aus der Box die hohen Stimmchen ertönten, fing der Tisch zu zittern an. „No, please, don’t hurt me!“ wimmerte der Engländer und galoppierte durchs Zimmer. „So, iats auf oamoi gähd da s’Bräsal, ha?“ triumphierte der kG. „Des häddsd eimfacha ham kenna, wennsd ma fo Anfang o gfoigd häddsd. I wui da doch nix Bäs. Bleib schdeh!“ Doch der Hogwarts-Tisch war so in Panik, dass er nicht aufhörte, im Raum herumzurennen. Erst die anderen sagenhaften Tische, die sich dem panischen Zaubertisch in den Weg stellten, konnten ihn zur Ruhe bringen. „Don’t hurt me, don’t hurt me, don’t hurt me…“ war alles, was der Hogwarts-Tisch vor sich hin murmelte. Endlich konnte der kG mit ihm sprechen, und wie sich herausstellte, verstand der Zaubertisch sehr wohl alle wichtigen Amtssprachen, vor allem das Bairische. Nachdem der kG seine Herrschaft klargestellt hatte – als Druckmittel dienten ihm abermals die Wudworms -, fügte sich der Tisch mit Freuden in seine neue Umgebung.
Der kG aber gönnte sich endlich sein wohlverdientes Bier. Und während er so da saß und den Verschluss der Flasche betrachtete, dachte er: „Wia fui Zaggn hod eingdlich a so a Kronkoagn?“ Er fing an zu zählen und kam auf 21 Zacken. Dies führte aber unseren Helden weiter zu der Frage, ob denn jeder Kronkorken auf der Welt ebensoviele Zacken hätte. Doch ihm war auch klar, dass er sich blöd zählen würde, wenn er das bei jedem Verschluss machen würde. Es musste eine Lösung für dieses Problem her. Und nachdem er einige Zeit nachgedacht und seine bayrische Brause getrunken hatte, hatte er die Lösung und somit ein neues Projekt gefunden: er würde eine Kronkorkenzackenzählmaschine bauen!
Susi am 19.2.07 18:07


Kapitel Larifari: Was bitte ist ein Zischenglied?!? (VIII)

Als es den Gegenwicht zur Wiese trieb,
fand er dort das Zischenglied;
wofür es hilft, wozu es nützt,
wovor es ihn vielleicht beschützt,
das wusst er nicht,
der Gegenwicht.
Er hob es auf, steckte es ein;
ja genau, es war so klein,
dass er es in die Tasche brachte,
was ihn freute, so dass er lachte.
Mit dem Zischenglied in seiner Tasche,
in der Hand ne grüne Flasche,
machte er sich auf den Weg
über den kleinen Bootsteg
bis hin zum großen blauen Haus,
denn dort wohnte seine Maus.
Die Maus ist alt und klug und weise,
drum hoffte unser Kleiner leise,
dass sie weiß, was er da hat,
nein, er meinte nicht das Blatt,
denn das war nur für ihn gedacht,
drum hatte er es mitgebracht.
Die Maus starrte auf des Wichtes Glied
und stimmte an ein kleines Lied.
Der Gegenwicht, der kannt’ es nicht,
weshalb sie singt und er nix spricht.
Die Maus konnte also nicht helfen,
„Na, ich frag amoi hoid einen Welfen,“
schrie der Gegenwicht nun sauer
und sprang über Mausis Mauer.
Einen Welfen konnte er nicht finden,
ließ sich aber am ´fon verbinden.
Die nette Dame, die da sprach,
meinte: „Sieh doch bei der Auskunft nach.“
Gesagt, gehört, getan, gemacht-
doch es hat ihm nix gebracht.
Und die Moral von der Geschicht:
Ein Zischenglied, das gibt es nicht!
Susi am 19.2.07 18:07


Kapitel XY: Der kleine Gegenwicht und die sizilianischen 40 Räuber (VII)

Eines schönen Sommertages lag der kleine Gegenwicht im Innenhof auf seiner Picknickdecke und sandelte so vor sich hin. Er war hin und her gerissen. „Zefix, i woas übahaupts ned, wos i doa soi. I hob koa Gäid mea, im Oabaddsamd songs, i wadd schwaa famiddlba und außadem mochd ma’s richdige Oaban äh koan Schbaas.“ Da fiel ihm auf, dass aus den Fenstern der Gebäude, die den Innenhof umrahmten, ständig neugierige Blicke auf ihn einschlugen. „Aua!“ sagte er, als vom Baum ein Ästchen herabfiel. „Foi ins Gnagg! Greiz Bianbam!“
Dass es aber auch immer ihn erwischen musste. Schon als er nach dem Ursprung von „Schlau genau“ gesucht hatte, hatte er so einiges über sich ergehen lassen müssen. Blöd war das ja schon: ohne Arbeiten gab’s kein Geld, aber Arbeiten war ja so fad… „Ah, Schmarrn, i griag des scho hi. I dua iats eimfach moi goa nixe, iangdebba wead se scho daboama und mia a Gäid gem.“ Nach vier langweiligen Tagen auf der Picknickdecke wurde dem kleinen Gegenwicht sogar das Nicht-Arbeiten zu fad. „Zaxndi, das des aa gibd! Wos soi i blos doa? Ois is so fad! Ois! Soga nix!“ Zum Glück kam in dem Moment ein Vöglein geflogen, setzt’ sich nieder auf sein Fuß.
Da fiel ihm das Lied aus seiner Kindheit ein: Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flügel hätt… “Mei, a so a Fogal war i aa gean!” Und - puff -  hast du’s nicht gesehen, saß er im Gras und war eine Amsel.
„Ah, jetzt, ja – eine Amsel!“
Eine Amsel mit zwei Flügeln
in dem hohen grünen Gras
mit viel Federn und nem Schnabel…
Vom Schnibel-Schnabel bis zum Po
Speedy-bi, Speedy-bo…
Er hat ein knall-rotes Gummiboot
mit diesem Gummiboot fahrn wir hinaus…
Muss i denn, muss i denn
zum Städtele hinaus,
wo die Kinder von Bullerbü neben dem Michl aus Lönneberga, Pipi Langstrumpf, Tom und Annika und den 5 Freunden, TKKG, den drei ??? und Tom und Jerry wohnten.
Da erst wurde ihm bewusst, dass er als Amsel den Zugvögeln angehörte, und so machte er sich auf direkter Luftlinie auf zum Bahnhof.
Susi am 19.2.07 18:05


Kapitel sonstwas: Zwischen Manhatten und Lissabon liegt Vislhofen (VI)

„Ze fix nomoi!“ rief der kleine Gegenwicht, als er gerade das Ortseingangsschild von Manhattan passiert hatte. „I soach me o, hä, jedsd hams me blitzt!“ Das war durchaus nicht unwahrscheinlich. Denn trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung in Form zweier Schwellen fuhren immer noch zu viele Leute zu schnell. So auch unser Gegenwicht, der sich vor ein paar Minuten noch gedacht hatte: „Hä kuhl! De hamd ja a Subba-Schbrungschanzn hibaud! Da ko ma foi Neidd Reida schbuin! Turbo-Boost…“
Nachdem die Mitglieder des Regensburger Trachtenvereins, die meist in grün und ocker auftreten, vom Gegenwicht schon ein durchaus brauchbares Foto hatten, haben sie ihn nun auch noch aus dem Verkehr gezogen. „Bin i ebba zschnäi gwehn?“ Darauf der Bulle vom Landkreis Passau, der jedoch gebürtiger Tölzer ist und nur wegen dem Hiendl nach Passau ziehen musste: „Na, nua zdiaf gflong! Mea sog i ned!“
„Säidsame Leid han do in dem Kaff!“ dachte sich der kleine Gegenwicht. Aber: er hatte ja einen Auftrag. Immerhin musste er diesen mysteriösen Ort Vislhofen finden. Also befragte er den bulligen Trachtler: „Hä, Sie, songs amoi, wo gähdsn do noch Vislhofen? I muas do hi zwengs na Schniddsljagd!“ – „Ha? Vislhofen hob i no nia ghead. Oba es schodd ja ned, wenns iats zeaschd amoi duach Manhattan und na duach Lissabon duachefahn. Na senganses scho.“ – „Und nochad??? Soit i dann nu nochm Weg frong? I ko doch ned poaddogiesisch!!!“ – „A gä, bläda Znief! De weast scho vaschdäh!“
Leicht verwirrt fuhr der kleine Gegenwicht weiter. Er hatte es eilig, und dieser Depp schickte ihn nach Lissabon. Soweit er wusste, lag Vislhofen in Niederbayern; irgendetwas war hier also sehr seltsam. Nach der zweiten Geschwindigkeitsbegrenzungsschwelle, die er extrem vorsichtig, fast schon im Schneckentempo (dieses Rennen gewann er jedoch!), passierte, sah er ein altes Weibchen mit einem Korb Äpfel auf einem großen Stein sitzen. „Hää Muaddal! Suachsd du an Weg zu de Zweag? Wuisd dei wiedaschbensdige Schdiafdochda eifanga, ha?" Daraufhin begann das beschimpfte bösartige Weib, des Gegenwichts Gefährt mit Äpfeln zu bombardieren. Das Schlimmste daran war jedoch, dass manche Äpfel noch an großen Ästen hingen – und wie jeder weiß, fällt der Stamm nicht weit vom Apfel. Nun musste sich der kleine Gegenwicht notgedrungen nach einer Mitfahrgelegenheit umsehen.
„Bluadszack! Do schdäh i ja moang no do! In dem Kuahdoaf wonan ja…” Weiter kam er nicht, denn wie auf Befehl hielt die planmäßige Wildsau, die soeben auf der Brennsuppe daher geschwommen kam. „Nudlsubbm wa ma zwa liaba gwen, oba ma nimmd, wos ma griagd,“ grummelte der Gegenwicht, während er sich neben ein bildhübsches junges Mädchen setzte und seine Brennsuppe aß. Ziemlich schnell kam er mit ihr ins Gespräch: „Gähds no?“ rief sie. „Dad mia dea Gloiffe sei Subbm umeschiddn! Wo hamsn di auslassn? An seechan Loamsiada hob i ja scho ewig nimma gseng! Ja so was Bläds! I wenn aufschdäh kannd, i dad da d´Waadln fiare richddn, dasd sogsd gibts des! Oba de Sau fahd so schnäi, dase ned aufschdäh ko! Des ies äh a Frechheid, wia de fahn!...“
Nun war es aber so, dass die planmäßige Wildsau gar nicht fuhr, sondern eher driftete. Also Brennsuppen-abwärts trieb. Weder die junge Maid noch der kleine Gegenwicht wussten, wo die Reise enden würde. Also fasste der kleine Gegenwicht beherzt in seine Hose. „Schau moi, wos i do fiara scheens Wiaschtl hob!“ – „Saugribbe, greislicha! Mistbua! Lass me in Ruaaa…“ Sie war so aufgebracht, dass sie vergessen hatte, sich festzuhalten – sie war in die Brennsuppe gefallen. „Auwäh, des brennd iats sicha,“ dachte sich der kleine Gegenwicht, aber weil ihm nicht besseres einfiel, aß er sein mitgebrachtes Würstchen auf. Etwas weiter vorne saß ein mittelalter Gouda, der dem Gegenwicht begierlich beim Wurstessen zusah. Der kleine Gegenwicht bemerkte dies und fasste einen Plan. Er ging zu ihm hin und sagte: „Du schaugsd so kasig aus, drum moch i da an Voaschlag. I gieb dia oans vo meine Wiaschdl ob, dafüa sogsd ma du, wia Manhattan, Lissabon und Vislhofn zammhängan.“
„Nix da!“ – „Mei, wos weast na du jedsad so stinkig sei?! Mogst wos andast?“ – „Isch würde gärne einä fransösische Brie kännen lärnen, bien?“ – „Ja Lebakaas! A Frandschagg!“ – „Isch bin einä Gouda, die kommt von Olland, bien, und keinä – öh – wie sagten Sie – öh – Leebakaas!“ – „Oiso guad. Wenn i da huif, an französischn Brie aufzumreißn, na sogsd ma du, wos de Deaffa miedanand zdoa ham, oke?“ Der Gouda zeigte sich einverstanden, doch das Problem war, dass sie sich immer noch auf der Brennsuppe befanden. Wo sollte man da auf französischen Brie treffen?
„Liabe Wuidsau, bleib moi schdäh,
da Kaas und i, mia miassma gäh!“
Daraufhin legte die Wildsau an: in Aidenbach. „Ja himmeherrgott numoina! Wos doammia denn doda?!“ Ahja, ab ins nächste Wirtshaus und fragen, ob´s hier Brie gibt. Der kleine Gegenwicht ging von Tisch zu Tisch und bekam viele diverse Antworten:
Brigitte
Britta
Abrieb
Zubringer
Doch der Gouda, der schon zu schwitzen anfing, war immer noch nicht zufrieden. „Non, isch will eine äschde fransösische Brie, nischt irgendwälsche Abarten!“ Also suchten die beiden den Wirt des Aldersbacher Bräustüberls auf, in der Hoffnung, dass der Wirt über eine große Käseauswahl, und damit auch über Brie, verfüge. Und HEUREKA! Er hatte doch in der Tat einen jungen französischen Brie. Nun musste auch der Gouda sein Versprechen halten. Der kleine Gegenwicht musste im Laufe der Erzählung des Goudas feststellen, dass die Niederbayern sehr seltsame Leute sind. Der Sachverhalt ist folgender: Sowohl Manhattan als auch Lissabon befinden sich in Niederbayern und heißen eigentlich Mattenham und Liessing. Und Vislhofen ist eigentlich Vilshofen, es handelte sich also um einen einfachen Tippfehler, der aus Vilshofen das mysteriöse, auf der Landkarte nicht zu findende Vislhofen machte. Doch wie staunte unser Held, als er endlich in Vilshofen, das nicht weit von Manhattan und Lissabon entfernt ist, eintraf! „Wos soi i jedsd do? Do is ja gar nixe los! Koa Sau auf da Schdrass … i gäh moi wieda! Pfiateich!“
Susi am 19.2.07 18:04


Kapitel ???: Der Gegenwicht in Reimen spricht (V)

„Da sitzt er nun, der Gegenwicht
und fragt sich, was ein Wicht so spricht.
Grad im Moment fällt ihm nix ein,
das darf doch eigentlich nicht sein!“
Der kleine Gegenwicht zerbricht sich den Kopf:
„Aua, das hat weh getan,
wär ich doch gleich zum Arzt gefahrn.“
Da stutz unser kleiner Freund:
„Wieso tu ich in Reimen denken?
Soll ich der Frau Gedichte schenken?“
Um den Reimen aus dem Weg zu gehen, macht sich der kleine Gegenwicht nun zunächst mal an den Hausputz. Sehr gut aufgelegt stimmt er ein Liedchen an:
„Always look on the bright side of death
just before you draw your terminal breath…”
Doch irgendwie findet unser Held den Gedanken an den Tod gerade beim Hausputz nicht besonders aufbauend, denn:
„Zu viele Unfälle geschehen,
wer weiß, danach kann ich nicht gehen
oder ich kann nix mehr sehen,
also bleib ich lieber stehen,
werd meine Freundin mal anflehen,
dass sie mir das Haus mal putzt,
weil das auch der Gesundheit nutzt.“
Dabei darf natürlich nie die Referenz und der Aspekt außer Acht gelassen werden. Denn es nützt ja nur der Gesundheit vom Gegenwicht – nicht aber der seiner Freundin. Dennoch eilt er schnellstens zum Telefon, nimmt den Hörer ab und wählt … nach drei Ziffern stoppt er:
„Wen sollte ich denn anwählen
zum Putzen und zum Quälen?
Eine Freundin hab ich neda,
d´Mama mocht bloß foi des Weda,
i schdä do ois wia a Bleda,
gä, woast wos, des moch I schbeda,
erst ruaf i de Butzfrau o,
de oide Kua, de macht des scho!“
Er beginnt also neu zu wählen : 555222 :  „MUH !“
„Hallo Zenzi, des is guad
das i de dawisch;
nimm dein Huad
und kimm schnäi uma,
i brauch heid Hilfe, i oida Dumma!“
„MUH!“ kommt die Antwort von Zenzi, was gut ist, denn dieses MUH bedeutet Zustimmung.
„Ja gäh legg, des gfreid mi fei,
i lass di nachad dann aa nei,
nimmst an Kibe dann ins Mei,
wenn i an Hodan no dagrei
kost ofanga scho glei.“
Erneut schallt ein „MUH!“ durch das Telefon, doch der kleine Gegenwicht stutzt: irgendetwas stört ihn am Ton von Zenzi. Plötzlich klingelt es an der Tür. Der kleine Gegenwicht verabschiedet sich hastig von Zenzi, die nochmal ins Telefon muht: „Muhuhuhu“.
„Ja, wer steht denn vor der Tür?
Wer will denn da zu mir?“
Und oh Wunder, vor der Tür steht Zenzi mit ihrem nagelneuen O2-Handy:
„Ja Zenzi, is des schnäi ganga,
host auf ebbs an Blanga?
I hoi da schnäi a Gros vom Gartn,
du kannst ja no im Bad kuaz wartn!“ – „MUH!“
Jetzt weiß der kleine Gegenwicht auch, warum sich die Zenzi vorhin so komisch angehört hat: sie war wohl kurz im Funkloch. Allerdings findet er es sehr respektabel, dass Zenzi, die nicht gerade von schlanker Statur ist, sich aus eigenen Kräften aus eben diesem wieder herausgehievt hat. Flink wie ein Wiesel huscht Zenzi mit schweren Schritten die Stufen hinauf, wobei die Holzbalken der Treppe aufstöhnen. In elliptischen Kreisen schnaubt die korpulente Hochlandkuh bis in den 16. Stock ins Penthouse, denn den Lift darf sie nicht benutzen, denn schon ihr linkes Hinterbein alleine überschreitet das zulässige Gesamtgewicht.
„Hää, du Zenzi, woadd amoi,
i hob fagessn dase hoi
an Kibe und an Hodan.
A zefix, i griag a Blodan!“
Als der kleine Gegenwicht in seine Wohnung kommt, sieht er Zenzi im Wohnzimmer abstauben: mit schwungvoller Bewegung wackelt sie mit ihrem Schwanz über das Regal! Der Kühe größte Freud das ist! In Wirklichkeit ist Zenzi nämlich gar nicht so erbaut über die Aussicht, mit Eimer und Lappen durch die Wohnung zu gehen. Aber das Abstauben – das Abstauben ist immer so schön, fast wie Geburtstag und Weihnachten zugleich! Und Ostern! Und Silvester! Und überhaupt! Abstauben ist wie Fliegen verjagen – nur ganz ohne lästige Fliegen. Und wenn keine Fliegen rumfliegen, fliegen beim Abstauben auch keine Vasen runter.
Susi am 18.2.07 20:30


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung