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Kapitel XI - Der kleine Gegenwicht auf großer Reise

Die Hinfahrt

 

Pünktlich um 8.24 und 36 Sekunden war der kleine Gegenwicht am Bahnhof eingetroffen; aber was sehen seine verschlafenen Augen, die sich zu kleinen Schlitzen deformiert hatten: viele, viele Leute - große, kleine, dicke, dünne; weitere Leute mit Schlitzaugen und sogar zwei Japaner mit ihrer super Sony Digicam in Form eines Holzstöckchens. Der kleine Gegenwicht sinnierte kurz über den Sinn und Unsinn von Mikro-Geräten, die sich bald Richtung Nano-Ebene zu entwickeln schienen. "Wann de Gerätschaften oiwei gleana wean, miaastn jo de Pfoddal fo de Leid aa imma gleana wean, weima sunst koane Gnepfal mea drugga ko!" Dabei kam er jedoch auf des Rätsels Lösung: "Des Zeich gäd ois auf Ruaffa." Und schon arbeitet er eine Betaversion für die bayerische Spracherkennung für eine Digitalkamera aus:

einschalten: gä o!

Foto schießen: des wui i / moch scho!

ranzoomen: do gäsd hea!

rauszoomen: schleich de!

Menü öffnen: wos wuistn? / Glump, bläds!

zurück im Menü: Hoitaus! / ze fix, fadoh!

Foto löschen: na, des wui i nochad doch ned!
ausschalten: a gäh doch hoam! / gäh legg me doch du am Oasch!

Keine 20 Sekunden nachdem der kleine Gegenwicht den Bahnsteig betreten hatte, fuhr auch schon der Zug ein. Dies verlief relativ unspektakulär. Zug fährt langsam an und bremst mit ohrenbetäubendem Lärm ab. "Ah, do schaug her! A Tautologismus" erklärte der kleine Gegenwicht dem braungebrannten Steckdosenneger, der neben ihm stand. "Hä? Wus?" - "Na, a Tautologismus is wannst zwoa moi dessäibe sogst! Aiso, wenn i sog: a gratis Schäin umasunst fia null Euro - des waa sowas wos i..." Weiter kam er nicht, denn der besagte Steckdosenneger gab ihm eine augenbetäubende Ohrfeige. Beleidigt, gekränkt und verletzt stieg der kleine Gegenwicht in den stehenden Zug. Erleichtert nahm er neben einer älteren Oma Platz, da diese einen recht harmlosen Eindruck machte. War er doch eben mit einem blauen Auge davon gekommen.

 

Am anderen Ende des Wagons saß die Top-Kandidatin für die diesjährigen Miss RB-Straubing-Regensburg-Wahlen. Eine ihrer bestechendsten Eigenschaften war ihre unübertreffbare Fähigkeit, sich im wackeligen Regionalzug zu schminken. Der kleine Gegenwicht fasste sich ein Herz, wovon er ja zwei auf der Dult gewonnen hatte und ging zu der Miss-Anwärterin. Höflichst bat er sie "Mogst me biddsche budan?", woraufhin er seine zweite Ohrfeige des Tages bekam. Da dies der Schaffner gesehen hatte, wurde die Miss-Anwärterin aufgrund ihrer vermeintlichen österreichischen Herkunft von den Wahlen disqualifiziert. Im höchstmodernen Waschbär-Look setzte der kleine Gegenwicht seine Reise fort.

 

Eigentlich setzte er sie nicht fort im eigentlichen Sinne, denn die Reise war bis dato ja auch zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Doch dies war nur eine Haarspalterei, und da der kleine Gegenwicht ohnehin kurz vor der Glatze stand, beschloss er. seine letzten 193 Haare nicht noch mehr zu drangsalieren. Von nun an verlief die Fahrt sehr ruhig. Naja, was heißt ruhig. Die Situation lässt sich besser als ereignislos beschreiben. Von Ruhe kann man bei Regionalbahnen nicht wirklich sprechen. Schon gar nicht, wenn die 8a der Landshuter Abend-Erwerbslosen Realschul-Mittelstufe – kurz LAERM – 2,5 der 3 Wägen in Beschag genommen haben. Am nächsten Bahnhof – Regensburg – musste der kleine Gegenwicht aussteigen; das stand so auf seiner Fahrkarte. Heilfroh, diese Zugfahrt mit zwei blauen Augen überstanden zu haben, verließ der kleine Gegenwicht diesen unheimlichen Ort des Grauens. Allein beim Gedanken an die unungängliche Rückfahrt wurde dem kleinen Gegenwicht ganz schwarz vor Augen. "Oha" dachte er, bis er die Augen wieder aufmachte, hatte er nichts mehr gesehen!

 

 

3.3.07 21:41
 


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