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Kapitel sonstwas: Zwischen Manhatten und Lissabon liegt Vislhofen (VI)

„Ze fix nomoi!“ rief der kleine Gegenwicht, als er gerade das Ortseingangsschild von Manhattan passiert hatte. „I soach me o, hä, jedsd hams me blitzt!“ Das war durchaus nicht unwahrscheinlich. Denn trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung in Form zweier Schwellen fuhren immer noch zu viele Leute zu schnell. So auch unser Gegenwicht, der sich vor ein paar Minuten noch gedacht hatte: „Hä kuhl! De hamd ja a Subba-Schbrungschanzn hibaud! Da ko ma foi Neidd Reida schbuin! Turbo-Boost…“
Nachdem die Mitglieder des Regensburger Trachtenvereins, die meist in grün und ocker auftreten, vom Gegenwicht schon ein durchaus brauchbares Foto hatten, haben sie ihn nun auch noch aus dem Verkehr gezogen. „Bin i ebba zschnäi gwehn?“ Darauf der Bulle vom Landkreis Passau, der jedoch gebürtiger Tölzer ist und nur wegen dem Hiendl nach Passau ziehen musste: „Na, nua zdiaf gflong! Mea sog i ned!“
„Säidsame Leid han do in dem Kaff!“ dachte sich der kleine Gegenwicht. Aber: er hatte ja einen Auftrag. Immerhin musste er diesen mysteriösen Ort Vislhofen finden. Also befragte er den bulligen Trachtler: „Hä, Sie, songs amoi, wo gähdsn do noch Vislhofen? I muas do hi zwengs na Schniddsljagd!“ – „Ha? Vislhofen hob i no nia ghead. Oba es schodd ja ned, wenns iats zeaschd amoi duach Manhattan und na duach Lissabon duachefahn. Na senganses scho.“ – „Und nochad??? Soit i dann nu nochm Weg frong? I ko doch ned poaddogiesisch!!!“ – „A gä, bläda Znief! De weast scho vaschdäh!“
Leicht verwirrt fuhr der kleine Gegenwicht weiter. Er hatte es eilig, und dieser Depp schickte ihn nach Lissabon. Soweit er wusste, lag Vislhofen in Niederbayern; irgendetwas war hier also sehr seltsam. Nach der zweiten Geschwindigkeitsbegrenzungsschwelle, die er extrem vorsichtig, fast schon im Schneckentempo (dieses Rennen gewann er jedoch!), passierte, sah er ein altes Weibchen mit einem Korb Äpfel auf einem großen Stein sitzen. „Hää Muaddal! Suachsd du an Weg zu de Zweag? Wuisd dei wiedaschbensdige Schdiafdochda eifanga, ha?" Daraufhin begann das beschimpfte bösartige Weib, des Gegenwichts Gefährt mit Äpfeln zu bombardieren. Das Schlimmste daran war jedoch, dass manche Äpfel noch an großen Ästen hingen – und wie jeder weiß, fällt der Stamm nicht weit vom Apfel. Nun musste sich der kleine Gegenwicht notgedrungen nach einer Mitfahrgelegenheit umsehen.
„Bluadszack! Do schdäh i ja moang no do! In dem Kuahdoaf wonan ja…” Weiter kam er nicht, denn wie auf Befehl hielt die planmäßige Wildsau, die soeben auf der Brennsuppe daher geschwommen kam. „Nudlsubbm wa ma zwa liaba gwen, oba ma nimmd, wos ma griagd,“ grummelte der Gegenwicht, während er sich neben ein bildhübsches junges Mädchen setzte und seine Brennsuppe aß. Ziemlich schnell kam er mit ihr ins Gespräch: „Gähds no?“ rief sie. „Dad mia dea Gloiffe sei Subbm umeschiddn! Wo hamsn di auslassn? An seechan Loamsiada hob i ja scho ewig nimma gseng! Ja so was Bläds! I wenn aufschdäh kannd, i dad da d´Waadln fiare richddn, dasd sogsd gibts des! Oba de Sau fahd so schnäi, dase ned aufschdäh ko! Des ies äh a Frechheid, wia de fahn!...“
Nun war es aber so, dass die planmäßige Wildsau gar nicht fuhr, sondern eher driftete. Also Brennsuppen-abwärts trieb. Weder die junge Maid noch der kleine Gegenwicht wussten, wo die Reise enden würde. Also fasste der kleine Gegenwicht beherzt in seine Hose. „Schau moi, wos i do fiara scheens Wiaschtl hob!“ – „Saugribbe, greislicha! Mistbua! Lass me in Ruaaa…“ Sie war so aufgebracht, dass sie vergessen hatte, sich festzuhalten – sie war in die Brennsuppe gefallen. „Auwäh, des brennd iats sicha,“ dachte sich der kleine Gegenwicht, aber weil ihm nicht besseres einfiel, aß er sein mitgebrachtes Würstchen auf. Etwas weiter vorne saß ein mittelalter Gouda, der dem Gegenwicht begierlich beim Wurstessen zusah. Der kleine Gegenwicht bemerkte dies und fasste einen Plan. Er ging zu ihm hin und sagte: „Du schaugsd so kasig aus, drum moch i da an Voaschlag. I gieb dia oans vo meine Wiaschdl ob, dafüa sogsd ma du, wia Manhattan, Lissabon und Vislhofn zammhängan.“
„Nix da!“ – „Mei, wos weast na du jedsad so stinkig sei?! Mogst wos andast?“ – „Isch würde gärne einä fransösische Brie kännen lärnen, bien?“ – „Ja Lebakaas! A Frandschagg!“ – „Isch bin einä Gouda, die kommt von Olland, bien, und keinä – öh – wie sagten Sie – öh – Leebakaas!“ – „Oiso guad. Wenn i da huif, an französischn Brie aufzumreißn, na sogsd ma du, wos de Deaffa miedanand zdoa ham, oke?“ Der Gouda zeigte sich einverstanden, doch das Problem war, dass sie sich immer noch auf der Brennsuppe befanden. Wo sollte man da auf französischen Brie treffen?
„Liabe Wuidsau, bleib moi schdäh,
da Kaas und i, mia miassma gäh!“
Daraufhin legte die Wildsau an: in Aidenbach. „Ja himmeherrgott numoina! Wos doammia denn doda?!“ Ahja, ab ins nächste Wirtshaus und fragen, ob´s hier Brie gibt. Der kleine Gegenwicht ging von Tisch zu Tisch und bekam viele diverse Antworten:
Brigitte
Britta
Abrieb
Zubringer
Doch der Gouda, der schon zu schwitzen anfing, war immer noch nicht zufrieden. „Non, isch will eine äschde fransösische Brie, nischt irgendwälsche Abarten!“ Also suchten die beiden den Wirt des Aldersbacher Bräustüberls auf, in der Hoffnung, dass der Wirt über eine große Käseauswahl, und damit auch über Brie, verfüge. Und HEUREKA! Er hatte doch in der Tat einen jungen französischen Brie. Nun musste auch der Gouda sein Versprechen halten. Der kleine Gegenwicht musste im Laufe der Erzählung des Goudas feststellen, dass die Niederbayern sehr seltsame Leute sind. Der Sachverhalt ist folgender: Sowohl Manhattan als auch Lissabon befinden sich in Niederbayern und heißen eigentlich Mattenham und Liessing. Und Vislhofen ist eigentlich Vilshofen, es handelte sich also um einen einfachen Tippfehler, der aus Vilshofen das mysteriöse, auf der Landkarte nicht zu findende Vislhofen machte. Doch wie staunte unser Held, als er endlich in Vilshofen, das nicht weit von Manhattan und Lissabon entfernt ist, eintraf! „Wos soi i jedsd do? Do is ja gar nixe los! Koa Sau auf da Schdrass … i gäh moi wieda! Pfiateich!“
19.2.07 18:04
 


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